"Verliere nie deine Träume aus den Augen!" ...

April 5, 2016

 

... dieser Satz wird den meisten bekannt sein, denn oftmals bekommt man ihn zu hören, sei es von den Menschen aus unmittelbarer Nähe oder durch die Medien. Aber was bedeutet das eigentlich und ist das so leicht gesagt, wie getan? 
Ich denke nicht! 

 

Zunächst müsste man erst einmal wissen, welche Träume oder welches Ziel man im Leben hat. Was möchte man später machen (und ich schreibe ganz bewusst "machen", denn wenn ich "werden" schreiben würde, dann würde das darauf hindeuten, das ich heute noch nichts bin - so wie es in jedem Freundschaftsbuch ab dem Kindergartenalter steht)?

Wofür brenne ich, was darf in meinem Leben nicht fehlen, worin kann ich völlig aufgehen, was erfüllt mich, was liebe ich .. was ist meine Berufung ... was ist es, was mich glücklich macht?

 

Man würde meinen das diese Frage doch recht einfach zu beantworten ist, so wie wenn man nach seinem Lieblingsessen oder der Lieblingsfarbe gefragt wird.

Aber ganz so einfach ist das nicht.

 

Wir kommen bereits vollkommen und mit unserem ganzen Potential auf die Welt, doch dann werden wir geformt durch unsere Eltern, Verwandten, Freunde, Mitmenschen, Medien, einfach allem was um uns ist. Zudem unterlegen wir alle den gesellschaftlichen Konventionen und werden durch diese ganzen Beeinflussungen geprägt.

 

Besonders durch gesellschaftliche Konventionen sind wir in unsrem Leben teils stark eingeschränkt. Ständig die Sorge, was andere wohl denken würden, wenn man aus der Reihe fallen würde. Das fängt an beim persönlichen Kleidungsstil bis hin zum Umgang mit den eigenen Kindern. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch in Ordnung, denn so kann ein Miteinander funktionieren, aber wo bleibt die eigene Persönlichkeitsentwicklung? Müssten uns nicht jede Wege offen stehen, jede Option um sein eigenes Ich finden zu können, um wissen zu können ... was bin ich und was macht mich aus?

 

Was mir immer sehr zu denken gibt und mich auch recht traurig stimmt ist die Geschlechtertrennung. Noch bevor man auf die Welt kommt werden rosa Wände für das Mädchen gestrichen und blaue Bodys für den Jungen gekauft. Das Mädchen bekommt die Puppe zu Weihnachten und der Junge die neue Autobahn zum Geburtstag! Das Mädchen geht ins Ballet, der Junge zum Fussball.

Und wenn es mal anders rum ist, dann sollten sich Eltern sorgen machen, das Kind könnte ja mal auf das falsche Ufer gelangen.

 

Mein Sohn hatte mich eines Morgens beim Schminken beobachtet und fasziniert fragte er mich ob er auch dürfte. "Natürlich", hab ich ihm gesagt, und gefragt was er möchte.

"Lippenstift und Nagellack!", schoss es aus seinem Mund und ich trug beides für ihn auf. An diesem Tag ging er zum Kindergarten ganz stolz mit dem Lippenstift auf seinen Lippen.

Natürlich wurde er ausgelacht und und als Mädchen bezeichnet und erzählte mir davon. Aber ich habe ihm nicht gesagt, das es dumm von den anderen Kindern war, dies zu tun ... schliesslich haben sie es nur so von ihren Eltern gelernt ... Ich habe ihn lediglich gefragt wie er darüber empfindet Lippenstift zu tragen.

"Ich finde es gut!" war seine Antwort.

Und dann sagte ich ihm und dies trägt er bis heute noch in sich:

"Wenn es dich glücklich macht, dann ist es richtig...und nur du selbst kannst wissen, was richtig für dich ist!"

 

Da frage ich mich, wo man sich noch frei entwickeln kann/darf? Heimlich?

Heutzutage gelten Menschen, die zu sich selbst stehen, ihre Träume verwirklichen, als mutig. Diese Aussage macht mich nachdenklich. Sollte es nicht selbstverständlich sein, zu sich selbst zu stehen? Wir sollten unserer Leidenschaft, unsren Träumen, unsren Vorlieben, unsrem Geschmack, unsren Glauben, vollkommen ausleben dürfen. Natürlich mit gewisser Rücksicht auf die Mitmenschen, aber nur bis zu einem gewissen Grad.

 

Und dann frage ich mich.

Was nützt es mich den gesellschaftlichen Konventionen unterzuordnen, wenn ich am Ende meines Lebens zurück schaue und einsehen muss, das ich eigentlich nicht mein Leben gelebt habe? ich habe nur dieses Leben, kein Moment kann ich ein zweites Mal erleben ... und deshalb möchte ich das Beste für mich draus machen!

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