"Ich trage zu 100% die Verantwortung in meinem Leben!" ...

August 23, 2016

 

Dies ist ein Satz, der uns ganz bewusst macht, das wir die Schöpfer unseres Lebens sind. Oftmals und ganz besonders, wenn negative Dinge geschehen, dann neigen wir Menschen dazu, die Schuld in anderen zu suchen. 

Bei einem Autounfall ist das Erste was wir tun, die Hand vorwurfsvoll, nach dem Motto "Hast du sie noch alle!?" , dem anderen Autofahrer zu demonstrieren. - Wir schieben die Schuld auf den anderen.
Wenn wir zu spät zur Arbeit kommen, dann ist der Verkehr daran schuld! 

Wenn wir etwas vergessen, dann hätte uns doch jemand erinnern können. 

Die meisten Menschen erfinden Ausreden, geben anderen die Schuld sobald etwas nicht so verläuft, wie es erwartet wird. Denn wer möchte schon zugeben, das man durch das eigene Handeln - sogar durch das eigene Denken - negative Dinge in das eigene Leben zieht. 

 

Doch dabei geschieht etwas, dass den meisten Menschen unbewusst ist ... fühlen sie sich durch die Beschuldigung anderer befreit von der eigenen Schuld, sind sie doch zur gleichen Zeit Opfer ihrer Gesellschaft. Denn wenn ich für jegliche Ereignisse die Verantwortung abschiebe, in dem ich andere dafür verantwortlich mache, so gebe ich auch anderen Macht über mich. Ich bin dann nicht mehr Schöpfer meines Lebens sondern nur noch ein Opfer darin. 

Und nun möchte ich dieses Thema, an einem Beispiel beschreiben. Da Pokèmon Go zur Zeit ein aktuelles Thema ist und so gerne darüber gelästert wird, würde ich es ganz gern in meinem Text miteinbeziehen. 

 

Man kommt nicht drum herum, die negativen Kommentare, Facebook-Beiträge, Karikaturen und Videos zu sehen. Überall wird es schlecht gemacht und sogar mehr als das, es wird verantwortlich gemacht, für das Verhalten mancher Spieler. 

Geschieht ein Autounfall, weil eine Person während der Fahrt Pokemon Go gespielt hat, dann ist das Spiel daran schuld.
Ist ein Spieler tief in seinem Smartphone versunken und rempelt dabei noch andere Personen an, dann ist das Spiel daran schuld, da der Spieler seine Umwelt nicht mehr wahr nimmt.
Generell, reicht es schon, das es ein Spiel ist, das man über das Smartphone spielen muss, um es schlecht zu reden, denn alles was mit Spielen (ganz besonders im elektronischen Bereich) zu tun hat, wird in unserer Gesellschaft kaum toleriert und hat ein dunklen Schatten/ ein schlechten Nachgeschmack. Wir verbinden es mit den Menschen, die zu Stubenhockern werden, weil sie nicht mehr vom Bildschirm weg kommen. Wir verbinden es mit Amokläufer, die immer wieder Shooter-Spiele spielen. Und selbst haben wir unsere Kindheit ganz anders erlebt, viel Natur und nach Hause kommen wenn es dunkel wird - da fällt es schwer, das jetzige Verhalten zu akzeptieren. Doch sind es wirklich die Spiele, die so eine negative Auswirkung erzeugen? 

 

Ich selber spiele auch Pokemon Go. Als ich 10 Jahre alt war schaute ich die Erstausstrahlung der Anime-Serie Pokemon im Fernseher und war natürlich begeistert. Nach so vielen Jahren wieder etwas aus der eigenen Kindheit zu erleben ist natürlich etwas schönes, ich fühlte mich direkt in meine Kindheit zurückversetzt. Damals konnte man lediglich die Geschichte im Fernsehen verfolgen, Sammelkarten sammeln und einzelne Artikel erwerben. Ja, selbst einen eigenen Pokemon- Club hatte ich damals mit Geschwistern und Freunden gegründet, doch welches Kind hat sich damals nicht vorgestellt selbst als Poketrainer durch die Welt zu reisen und Pokemon zu fangen? Und nun hat man diese Möglichkeit, wenn auch nur virtuell ... und Kindheitsträume werden wahr. Und noch so viel mehr. 

Ich selber spiele das Spiel auch gerne mit den Kindern und hier sind zur Abwechslung mal ein paar positive Eigenschaften des Spiels:

 

 Wer Pokemon Go spielen möchte muss raus in die Natur, wobei man dies nicht mal als ein Muss empfindet, denn der Spass steht hier ganz klar im Vordergrund. 

 

 

Überall gibt es Pokestops - wobei anzumerken ist, das in Gebieten, in denen man eher selten auf Fussgänger trifft auch keine Pokestops zu finden sind, wie z.B. auf der Autobahn. 

 

 

Diese Pokestops sind meist in auffälligen Gegenständen wie z.B. eine Statue, ein besondere Gebäude oder Schilder. Wenn ich mit meinen Kindern Pokemon Go spiele, dann schauen wir uns das Bild auf dem Pokestop an und daraufhin folgt eine Suche, nach dem abgebildeten Gegenstand. Meine Kinder nehmen dadurch ihre Umwelt viel genauer wahr und so gelangt man auch an Orten, die man sonst nicht erreicht hätte. Ich lebe nun seit 3 Jahren in meinem Wohnort, jedoch ist mir erst durch diesen Pokestop aufgefallen, das wir ein kleinen Brunnen dort stehen haben. 
 

 

Natürlich steckt auch ein wenig Spannung in Pokemon Go, denn man kann Pokemon nicht nur fangen, sondern auch ausbrüten. Findet man ein Pokeei an einem Pokestop, so kann man dieses ausbrühten, in dem man eine festgelegte Anzahl an Kilometern läuft. Dank GPS, weiss das Spiel natürlich, welche Strecken ein Spieler läuft und zählt so die Kilometer mit. Dank des GPS kann so auch ermittelt werden, wie schnell der Spieler läuft und wer sich jetzt denkt, man könnte einfach in ein Auto steigen und 10Km fahren, den muss ich enttäuschen. Denn die Kilometer werden nur bis zu einer Geschwindigkeit von 10-15km/Stunde gezählt. 

 

 

Durch das Spiel kommt man in Kontakt mit anderen Menschen, denn dank der Pokemonarenas kann man mit seinen Pokemon gegeneinander kämpfen und wer eine Arena bezwingt, darf sogar eines seiner Pokemon dort platzieren. 


 

 

Wer möglichst alle Pokemon fangen möchte, muss bereit sein auch ausserhalb des gewohnten Umfelds auf die Suche zu gehen. Denn es gibt verschiedene Arten Pokemon, da es viel Elemente gibt. So trifft man auf ein Wasserpokemon eher, in der Nähe eines Flusses oder eines Sees.

Möchte man ein Käferpokemon fangen, sollte man sich in der Nähe von Wiesen und Wäldern aufhalten. 

 

Kurz gesagt, ein guter Kompromiss zwischen alter und heutiger Generation. Die Technik gehört zur heutigen Generation einfach dazu auch wenn es vielen  nicht gefällt, werden die Kinder in einem immer jüngeren Alter damit vertraut. Veränderung findet immer statt. Das man dann gute Werte aus eigener Kindheit, wie z.B. das ständige in der Natur sein, weitergeben möchte ist nur verständlich. Und durch Pokemon Go ist dies auch möglich ohne der heutigen Generation ihre eigenen Werte zu nehmen. 

Ich möchte damit nicht die Kontras, welche nun viele ansprechen könnten leugnen. Natürlich können Unfälle geschehen, natürlich kann man dadurch in sein Handy versunken sein ... doch ist das Spiel daran schuld? 

Wenn Ich Pokemon Go spiele und ganz besonders, wenn ich mit meinen Kindern spiele, dann bleibt mein Blick nicht auf meinem Smartphone. Ich muss gar nicht schauen, wann ein Pokemon auftaucht, denn dank der Vibration spüre ich das. Wenn ich ein Pokestop ansteuere bleibe ich zunächst stehen und schau auf die Karte, wo ich hinlaufen muss. In der Nähe von Strassen bzw. wenn ich die Strasse überquere schau ich gar nicht auf mein Smartphone. Fangen meine Kinder Pokemon, so bleiben sie an meiner Hand oder zumindest in meiner Nähe, damit ich zusätzlich ihre Umgebung im Auge behalte. 

Ich trage die Verantwortung für mein Handeln mit diesem Spiel. Wenn nun jemand in ein Unfall gerät, weil der Blick auf das Spiel gerichtet war, dann ist daran nicht das Spiel schuld, sondern die Person, die gespielt hat. 
Das Menschen die während der Fahrt oder dem Laufen auf dem Smartphone schauen generell verurteilt werden, ist nichts Neues. 
Doch verurteilen wir das Auto, weil sich der Fahrer betrunken hinters Steuer gesetzt hat? Zeichnen wir bösartige Karikaturen über Autos? Nein! Wir verurteilen die Entscheidung des Fahrers. Und so sollte man auch nicht ein Spiel schlecht reden, welches eigentlich mit einer guten Absicht auf dem Markt erschienen ist, sondern das Verhalten derjenigen Spieler, die ohne jegliche Verantwortung spielen. 


Zudem sollten sich die Pokemon Go-Gegner fragen, warum sie sich eigentlich so arg darüber aufregen! Was spiegelt denn ein Pokemon Go-Spieler in mir, das es mich in diesen emotionalen Zustand versetzt? Möchte ich weiterhin mit den Fingern auf andere zeigen und das Opfer in meinem Leben sein? Oder möchte ich 100% Verantwortung übernehmen und der Schöpfer meines Lebens sein? 


 

 

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