Mein Körper! ...

January 28, 2016

 

... Bereits im Mutterleib nahm er Gestalt an, er ist ganz nach meinen Bedürfnissen geformt und aufgebaut. Alles an und in ihm hat eine Funktion - mich am Leben zu halten.

Wenn wir davon ausgehen, das mein Ich meine Seele, mein Geist ist, dann ist mir mein Körper ein nicht von der Seite weichender Begleiter in meinem Leben. Zugleich ist er der Wohnsitz meiner Seele - mein Wohnsitz.

Wirklich wohl habe ich mich in ihm jedoch noch nie gefühlt - zumindest nicht seitdem ich mich erinnern kann. Schon immer habe ich ihn abgelehnt, seine Leistung war mir nie bewusst - zu selbstverständlich war er mir. Selbst als ich super schlank war (55Kg auf 170cm verteilt), fühlte ich mich dick und hässlich. Meine Figur hatte mich zwar schon immer gestört, aber erst in der Puppertet störte mich meine Figur und natürlich gehörte auch ich zu den Mädchen, die sich dazu gezwungen fühlten, die PERFEKTE Figur haben zu müssen.

Also folgte eine Diät nach der anderen, ein Sportprogramm nach dem anderen. Es wurde nur noch Nahrung aufgenommen um den perfekten Körper zu haben, nicht um dem Körper mit Nährstoffen zu versorgen. Es wurde Sport betrieben um den perfekten Körper zu haben und nicht wie man es aus Kindertagen noch kannte um einfach Spass daran zu haben. Es wurden sämtliche Kosmetik Produkte genutzt um den Perfekten Körper zu haben und nicht um ihm was Gutes zu tun. Plötzlich machte man alles von seinem Körper - der perfekten Figur - abhängig.

Natürlich blieb man nicht diszipliniert, der Körper rebelliert gegen diese ganzen Diäten und erzwungenen Verhaltensmuster. Und so folgten viele Jahre voller eingeschränkter und unkontrollierbarer Ernährung. Der Jo-Jo-Effekt wurde zur Selbstverständlichkeit und kehrte genau so oft zurück wie der zu erledigende Haushalt.

 

Und dennoch, obwohl ich meinen Körper über so viele Jahre schlecht behandelt habe, ihn vollgemüllt habe und ihn jeden Tag abgelehnt habe blieb er mir treu und erledigt weiterhin jeden Tag seine Aufgabe - Mich am Leben zu erhalten.Egal was ich ihm antue, er gibt stets sein Bestes, stets passt er sich meinen Launen an und will immer mein Bestes!

Das wurde mir erst vor kurzem klar und ich muss zugeben, ich fühle mich beschämt.

Wo ich mich hätte wohl fühlen müssen, fühlte ich Ekel vor meinem Körper.

Wo ich Ordnung hätte halten müssen, füllte ich wie ein Messe meinen Körper voll mit Müll.

Wo ich Dankbarkeit hätte schenken müssen, erfuhr mein Körper Ablehnung und Spott!

Zu Selbstverständlich war mir mein Körper und zugleich war er mir zu sehr im Weg. Ich war zu blind um zu sehen, wie wichtig er mir ist und wie sehr ich ihn doch liebe.

 

Ja, das tue ich, ich liebe mein Körper mit allen Ecken und Rundungen. Ich liebe jede Zelle in meinem Körper und ich bin ihn heute so dankbar für alles was er für mich tut. In jeder Sekunde arbeitet er für mich, damit ich weiterhin die vielen positiven Momente meines Lebens geniessen kann.

Es ist Zeit, das ich auch was für mein Körper tue. Und ich bin so froh, das ich nun den Weg zu einer intuitiven Ernährung gefunden habe.

Ich liebe essen Morgen mit ein zusammengestellten Saft aus Gemüse und Obst den Tag zu beginnen und ich spüre förmlich, wie mein Körper sich darüber freut. Ich liebe es Naschzeug zu essen, nicht weil ich es unbedingt haben muss - bevor es weg ist - , sondern weil ich Lust dazu habe, ganz ohne schlechtes Gewissen.

Ich liebe es täglich in den Supermarkt zu gehen und die grosse Auswahl zu haben und einfach nach dem zu greifen, wonach ich Lust habe und was mein Körper benötigt und ich merke wie ich mehr und mehr nach Gemüse und Salaten greife, weil mein Bedürfnis danach immer mehr steigt.

 

 

Please reload