Positives Denken - Friede, Freude, Eierkuchen?

October 25, 2016

 

Immer wieder bekommt man den Ratschlag positiv zu denken. Egal ob man eine Krankheit hat, in einer schwierigen Lebenssituation ist, auf eine bedeutende  Antwort wartet - stets wird einem geraten positiv zu denken!
Aber was genau heisst das? Heute möchte ich meine Meinung zum positiven Denken schreiben! 


Ich erlebe immer, dass Menschen glauben positiv Denken würde heissen, alles gut zu reden, so tun als wäre es nicht so schlimm oder gar negatives einfach auszublenden! Doch dem ist ganz und gar nicht so! Positives Denken ist eine Einstellung! Es bedeutet auch in einer negativen Situation noch an das Gute zu glauben und das Gute darin zu erkennen! Es bedeutet negatives nicht als negatives zu sehen, sondern daran zu glauben, dass alles seinen Grund hat, es keine Zufälle gibt und man daraus lernen kann, dass man dadurch stärker wird! Und natürlich bedeutet es, sich an den schönen Dingen im Leben zu erfreuen, dankbar auch für scheinbar kleine Dinge zu sein und selber positive Energie auszustrahlen! Es ist ein innerer Friede, den man spürt - es tut der Seele gut! 

Doch wie denkt man positiv? 
Was sich so schön anhört ist leichter gesagt, als getan ... vor allem, wenn man eigentlich sehr negativ gepolt ist und um einem herum - egal ob durch Medien oder im unmittelbaren Umfeld- so viel Negatives präsent ist! 

Allen, die ein glücklicheres - positiveres - Leben möchten, die ihren Fokus auf das Positive lenken möchten, empfehle ich ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben, denn Dankbarkeit ist ein wahrer Booster für eine positive Lebenseinstellung! 

In meinem Text "Dankbarkeit" könnt ihr lesen, wie man ein Dankbarkeitstagebuch führt, welche Auswirkungen es auf einen hat und wie man es noch im Umgang zu anderen Mitmenschen nutzen kann! 

http://www.meinseelentagebuch.com/single-post/2016/06/07/Dankbarkeit-

 

Was, wenn die negativen Gedanken sich in den Kopf schleichen? 
Es ist am Anfang sehr schwer aus dem negativen Denken zu kommen, denn das tückische an diesen negativen Gedanken und deren belastenden Emotionen ist, dass man sie meist erst bemerkt, wenn man mitten drin steckt. Wenn man bereits Trauer, Wut, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht spürt, wie soll man da noch positiv denken?

Es reicht der Gedanke an ein schlimmen Vorfall aus der Vergangenheit und dank bzw. wegen unseres Stammhirns (auch Eidechsengehirn genannt, da es für unseren Überlebensinstinkt zuständig ist und somit auch alle überlebenswichtigen Funktionen wie z.B. die Atmung im Körper steuert) empfinden wir zeitgleich die zu diesem Vorfall verkoppelten Emotionen - für unser Gehirn geschieht dieser Vorfall in dem Moment, in dem wir an ihn denken, denn unser Gehirn kennt keine Zeit, es funktioniert im Hier und Jetzt! Auch Traumata sitzen im Stammhirn und werden durch Auslöser (Trigger) aktiviert und die jeweilige Person muss die Emotionen und somit das Erlebte nochmals durchleben. 

 

 

Ich weiss genau wie das ist, wenn die Wolkendecke so düster und dicht scheint, das kein Sonnenstrahl durch sie hindurch zu scheinen vermag. Ich weiss, wie es ist, wenn man sich machtlos fühlt, man nicht mehr dagegen angehen möchte, sich der Dunkelheit einfach hingeben will, einfach damit man nicht mehr kämpfen muss. Ich weiss, wie es einem zerreißt,wenn man eigentlich doch jemand ganz anderes ist, aber Schutzmechanismen Verhaltensmuster an den Tag bringen, die ein falsches Ich präsentieren ... wenn man innerlich laut "Stopp!" ruft, doch nicht dagegen ankommt! 
Erkennt unser Stammhirn ein Auslöser so geschieht eine Trennung von Verstand (Grosshirn) und Emotionen (Stammhirn)- umso tiefer man in den negativen Gedanken gesunken ist, umso stärker das Trauma ist , desto weniger sind die beiden Gehirnregionen in der Lage zusammenzuarbeiten. Der Verstand findet keine Argumente - er kommt erst gar nicht zu Wort- und wir handeln aus einem Schutzmechanismus heraus- auch wenn dieser uns eigentlich schadet! 

 

Wie wird man diese negative Gedanken wieder los? Wie befreit man sich von Ihnen und wie erkennt man sie rechtzeitig! 
 

Zuerst möchte ich klar stellen, das es kein Zuckerschlecken ist! ich habe oftmals das Gefühl, das Menschen die Vorstellung haben, das Optimisten ein einfaches Leben führen und ihnen alles einfach von der Hand geht! Dem ist jedoch nicht so. Es ist Arbeit, es ist nicht immer leicht und es ist ein ständiges Über-sein-eigenen-Schatten-springen! Man scheitert immer wieder und findet sich plötzlich im negativen Gedankenstrudel! Doch eines ist es ganz gewiss... es ist immer lohnenswert, denn hier gilt "Übung macht den Meister!"!

 

Zunächst einmal gilt es das Gehirn auf das Positive im Leben zu lenken. Das geht am besten durch ein Dankbarkeitstagebuch (weiter oben beschrieben), denn unser Gehirn hat tatsächlich 2 unterschiedliche Regionen in denen es positive und negative Erfahrungen speichert,  je nachdem welche  Region mehr Aufmerksamkeit bekommt, wächst die jeweilige Region, während die andere verkümmert/schrumpft.
Hier ist Motivation und Durchhaltevermögen gefragt ... mindestens 21 Tage doch am besten weit darüber hinaus, sollte man es führen, damit das Gehirn diese Tätigkeit zur Gewohnheit machen kann. 

 

Nun kann sich das Gehirn auf die positiven Dinge im Leben fokussieren, doch wenn negative Gedanken im Spiel sind - und das werden sie -, dann hilft nur Annehmen und Loslassen! 


Eine Übung, die mir selber sehr geholfen hat, wenn sich negative Gedanken bei mir breit gemacht haben ist die LKW- Übung!

Stelle dir vor du sitzt an einer Autobahn, an die fahren die PKWs (neutrale/positive Gedanken) vorbei. Doch plötzlich siehst du von der Ferne ein LKW (negativer Gedanke). Sobald du ihn bemerkst, möchtest du ihn natürlich am liebsten die nächste Ausfahrt hinausfahren lassen, noch ehe er dich erreicht (bekämpfen), jedoch kannst du dir nur ganz sicher sein, das er sich von dir entfernt, wenn er an dir vorbei fährt (annehmen) und du siehst, wie er in der Ferne immer kleiner wird bis er ganz verschwunden ist (Loslassen)

Also lässt du den Lkw an dir vorbeifahren, du machst dir bewusst, das er nun bei dir angekommen ist, jedoch steigst du nicht hinein. (du wertest ihn nicht.) Es reicht, wenn du ihn benennst ("Das ist ein negativer Gedanke"), dadurch nimmst du ihn an und kannst ihn loslassen.

Wenn ich diese Übung gemacht habe, dann habe ich immer dunkle aufkommende Wolken in Gedanken gesehen und sobald ich diese angenommen habe, haben sie sich aufgelöst und dann habe ich mich immer direkt leichter gefühlt.

 

Warum wir negatives annehmen müssen, damit wir es loslassen können!

Negative Gefühle, Gedanken stecken tief in uns, jedes Mal, wenn wir uns über sie aufregen wandern sie tiefer in unser Unterbewusstsein.

Es ist wie bei der Müllentsorgung. Wenn ich möchte, das der Müll nach draussen in den Container landet, muss ich ihn zuvor aus dem Mülleimer an mich nehmen, erst dann kann ich ihn draussen entsorgen. ich könnte den Müll auch einfach in der Küche stehen lassen, aber wenn ich ihn nicht an mir nehme, dann würde es mit der Zeit doch recht arg riechen und irgendwann würden noch kleine Krabbelviecher ihren Weg zu meinem Müll finden. Und so ist es auch mit den Dingen, die uns belasten - wir müssen sie annehmen um sie loslassen zu können. 

Wer sein Leben positiver erleben möchte, der muss eine Menge an Geduld mitbringen, denn für jeden Einzelnen ist es ein individueller Prozess und demnach kann man nicht sagen, wie lange es dauert, bis man sich als Optimist empfindet. 
Negative Phasen haben auch Optimisten, doch sie empfinden diese anders! Denn sie haben die Zuversicht, das auch gute Phasen wieder folgen, sie wissen, das alles einen Grund hat und das sie gestärkt aus jeder schlechten Situation hinausgehen. 
Sie wissen das ihr Leben auf Liebe und nicht auf Angst basiert, denn sie sind im Vertrauen mit sich und dem Universum. 

Das heisst es positiv zu denken --

Vertrauen zu haben, das alles Gut wird! 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

Please reload