Der Ursprung unserer Ängste...

December 12, 2016

 

 

... ist nicht immer der, den wir meinen zu erkennen. Manchmal sitzt er viel tiefer! ...


In einem braun-beigen Kleid aus Leinen sitz ein junges Mädchen im Alter von 7 Jahren am Boden der Wohnstube eines einfachen Holzhauses. 
Sie spielt mit zwei Puppen, deren blonde Haare bereits sehr zerzaust ausschauen und generell scheinen sie schon einige Jahre hinter sich zu haben! Vorsichtig kämmt das Mädchen die Haare von einer der beiden Puppen während sie dabei zwei weitere Kinder, ein blonder Junge und ein blondes Mädchen, beide im Alter von 9 Jahren, die vor dem Fenster sitzen beobachtet.
Es sind Zwillinge und es scheint als würden sie auf jemanden warten. 

In diesem Moment öffnet sich die schwere Holztür mit einem lauten Knarren und ein grosser Mann mit einem Salz und Pfeffer-Vollbart, dicker Winterkleidung und einer Pelzmütze aus echtem Fuchsfell tritt in die Wohnstube! Mit einer dicken Lederschnur hat er mehrere Holzblöcke gebündelt und lässt diese schwer auf den massiven Esstisch nieder! Die Zwillinge heissen den Mann, ihren Vater, willkommen während eine Magd das Feuerholz an sich nimmt und zum Trocknen aufstellt! 

 

Später am Abend sitzt die Familie gemeinsam am Esstisch, wobei nicht jeder hier zur Familie gehört. Die Magd schöpft den Eintopf aus dem grossen Topf, der seine Wärme von der Feuerstelle erhält und serviert das Abendmahl, sie selbst isst auch mit, den dies ist ihr Lohn! Der Vater am Kopfe des Tisches links neben ihm die Zwillinge und direkt daneben das kleine Mädchen. 
Sie ist sich bewusst, das sie zwar in diesem Haus lebt und als ein Familienmitglied gesehen wird, doch ist es ihr auch ganz klar, dass dies nicht immer so war und erst durch ein tragisches Schicksal so gekommen ist, war sie doch noch vor kurzem glücklich bei ihrer wahren Familie - Mutter, Vater und ihre ältere Schwester- ehe sie alle in ihrem eigenem Haus verbrannten! 

Es geschah direkt vor den Augen des jungen Mädchens, eine Gruppe von gemeinen Bürgern versperrten die Türen und setzten das Haus in Brand, die Schreie vermag das Mädchen nie mehr zu vergessen und verstehen konnte sie das ganze schon gar nicht! 
"Warum geschieht so etwas fürchterliches?"

Hatte die Familie doch nur ein anderen Glauben, sie hatten doch niemanden damit geschadet!?

Und so wurde sie von diesem Mann, an dem die letzten 40 Jahre nicht spurlos vergangen sind - müde und erschöpft schien er, trotz seiner stattlichen Figur- aufgenommen und nahm die Rolle einer weiteren Tochter an. 

 

Und so vergehen einige Jahre, das junge Mädchen ist mittlerweile viel mehr eine junge Frau, blondes langes Haar, das sie zusammen gebunden und hochgesteckt hat, damit es sie bei ihrer Arbeit auf dem Feld nicht stört! 

Sitzen die grausamen Szenen ihrer Vergangenheit zwar immer noch in ihrem innersten verborgen, erfreut sie sich doch des Lebens und geht aufgestellt ihren Weg! 
Bereits am frühen Morgen macht sie sich auf dem Weg zu ihrer Arbeit, sie hilft mit auf den Feldern bei der Ernte des Weizens. 
Am Ende des Tages holt sie sich ihren Tageslohn, es ist nicht besonders viel, aber sie ist dankbar für jeden "Livre", den sie erhält und mit dem sie ein frisches Brot für das Abendmahl kaufen kann. 

Und so verlässt sie den Bäcker, ein geflochtener Korb unter dem Arm, darin das noch leicht warme Brot, das in ein Tuch gewickelt ist. 

Und dann lässt sich ein sanftes aus ihrem Herzen heraus gelocktes Lächeln auf ihrem Gesicht erkennen. Ein paar Meter vor der Bäckerstür steht ein junger Mann, - sein weisses Hemd hängt locker in seiner beigen Hose, sein Haar genau so blond wie das Ihre und reicht bis zu den Schultern- er hat auf sie gewartet. 

Schon länger kennen sich die beiden und laufen nebeneinander und zueinander hingezogen den Heimweg, wohnt doch der junge Mann nur ein Feld weiter bei dem Nachbarsbauern! 

Mittlerweile ist der Raum zwischen den beiden immer geringer, der Weg nach Hause gehört zu den schönsten Minuten des Tages, denn die beiden lieben sich auf einer sehr innigen und vertrauten Art, sodass sie schon sehr bald den Bund der Ehe schliessen! 

 

...

 

Es ist kalt und feucht die junge Frau sitzt in einem dunklen Turmzimmer und es tropft abgestandenes Regenwasser durch das Gemäuer. Nur ein schäbiges Bett und ein kleines Fenster um ein wenig vom Tageslicht zu erhaschen, eine kleine Schüssel, die noch Reste von der letzten Mahlzeit - Brei mit einem kleinem Stück Brot- beinhaltet und ein kleinen Becher aus dem sie mehr Schmutz als Wasser trinkt befinden sich in dem Zimmer!

Sie nimmt kaum noch Nahrung zu sich, sind die Schmerzen unter denen sie seit längerem leidet immer unerträglicher, doch sie ist bald erlöst, sie spürt es, mit genau der selben Gewissheit, das sie nie wieder ihren Mann, mit dem sie immer zusammen sein wollte, sehen wird. 

"Wo mag er nur sein?"
Darauf hat sie keine Antwort, sie weiss nur, dass sie ihn verloren hat und nun dies allein durchstehen muss, aber nicht mehr lange, bald ist sie erlöst! 
Die junge Frau räkelt sich auf dem Boden vor Schmerzen, sie schreit um Hilfe, doch keine Reaktion, der Schweiss umhüllt ihren Körper zitternd und doch mit letzter Kraft und einer tiefgründigen Angst bringt sie ein kleines Mädchen zur Welt. 
Das kleine Mädchen, es ist so still, auch als die junge Mutter es mit ihrem Kleid von Blut und Käseschmiere befreit, es in ihrem Arm hält ... es atmet nicht, ganz grau  ist ihre Haut und keine Seele scheint mehr darin. 

Das Mädchen ist tot.

Und all die grausamen Verluste der Vergangenheit scheinen  auf einmal im Geiste der jungen Frau aufs Neue zu geschehen, verspürt sie plötzlich unsagbaren Schmerz tief in ihrer Brust, jegliche Hoffnung auf Rettung scheint nun nichts mehr wert und es gibt auch keinen Grund mehr an ein Morgen zu glauben .... zu tief ist die Trauer über zu viele Verluste von zu vielen geliebten Menschen, ihr Herz ist gebrochen und somit ist auch keine Spur von Lebenswille mehr in ihr vorhanden! 
Mit ihrer Tochter in den Armen legt sie sich auf das Bett, und folgt ihr! 

...

Ich schaue auf mein Leichnam eine erleichterndes Gefühl überkommt mich. Auch wenn ich weiss, das dort auf dem Bett mein Körper liegt, so fühle ich dennoch keine emotionale Bindung zu meiner menschlichen Hülle und dann ertönt eine Stimme, die mir sagt, dass ich wieder in mein jetzigen Körper mein jetziges Leben zurück kehren soll! 

Ich stehe auf einem Feld in Frankreich,neben mir mein Begleiter aus meinem tiefen Inneren! 
Ich habe eine Rückführung gemacht und stelle ihm die Frage, was er mir in diesem Leben zeigen wollte!
Ganz klar höre ich ihn sagen:
"Hier liegt der Ursprung deiner Verlustangst!"

Ich verlasse nun dieses Feld, komme langsam aus dem meditativen Zustand heraus um wieder bewusst im Hier und Jetzt anzukommen! 
Plötzlich sehe ich die Dinge ganz anders, das Fundament meiner Angst scheint zu bröckeln, in den kommenden nächsten Wochen bleiben sämtliche Angstsymptome, Panikattacken und Wahnvorstellungen aus ... meine Angst hat sich aufgelöst! 

Meine lieben Leser, ich habe euch heute an meiner ersten Rückführung teilhaben lassen. 
Seit meiner Kindheit leide ich unter einer starken Verlustangst, so stark, dass sie mich bis zu diesem Jahr noch kontrollierte und ich bei der kleinsten abweichenden Begebenheit bereits grosse Panik verspürte!
Ich war mir stets sicher, der Grund bzw. der Ursprung darin war der Tod meines Vaters als ich gerade mal fünf Jahre alt war, und obwohl mir dies nun als erwachsene Frau deutlich bewusst war, schien es mir gar unmöglich diese Angst abzulegen. 
Kein Argument, keine Therapie und auch keine Übungen kamen an sie heran, viel zu stark war sie ... ich nahm mein Schicksal an, das ich wohl immer in Angst leben würde. 
Und dann machte ich diese Rückführung, nicht wissend was mich erwarten würde und doch voller Neugier ... und heute bin ich so dankbar dafür, denn nun da ich den wahren Ursprung meiner Angst kenne, verliess sie mich von ganz allein und in einem Tempo, dass ich gar nicht mehr hinterher kam. 

Und das zeigt uns wieder, das wir die Dinge ganz bewusst annehmen, benennen müssen ehe wir sie loslassen können. 
Oftmals tragen wir noch Lasten aus unseren früheren Leben mit uns, die uns im Hier und Jetzt schaden! 

Der Ursprung unserer Ängste sitzt manchmal viel tiefer als wir meinen!
 

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung! 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


 

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