Wieviel Kraft kostet uns ein Tag?

April 24, 2017

 Wenn wir am Abend in den Feiertag gehen und uns denken, dass wir einen anstrengenden, Kraft raubenden Tag hatten, denken wir oft an die körperliche Anstrengungen die wir aufnehmen mussten um unsere täglichen Ziele zu erreichen. 
Da denken wir zum Beispiel an das Tragen der Einkaufstüten, das Lange Stehen während der Arbeitszeit, der Haushalt, das Training im Fitnesscenter oder das schwere Möbelstück, das für den Sperrmüll bereitgestellt wurde. 
Jedoch ist es nicht nur unsere körperliche Anstrengung, die uns am Abend erschöpft ins Bett fallen lässt, sondern vor allem sind es die Gedanken, die uns durch den Tag begleiten und beeinflussen. 
Wer kennt das nicht? Gehe ich mit einer optimistischen und zuversichtlichen Einstellung an die Sache ran, dann fällt sie mir leichter, als wenn ich im Vorhinein mich bereits über das Vorhaben beklage und mit einer negativen Einstellung an die Sache ran gehe. 
Aber nicht nur unsere Einstellung zu körperlichen Aktivitäten beeinflusst unseren Energieverbrauch sondern unsere Gedanken generell. 
Oftmals machen wir uns Sorgen oder ärgern uns über die Dinge, die wir nicht kontrollieren können. 

Als Mutter z.B. ärgere ich mich darüber, wenn mein Kind wieder einmal das eigene Zimmer nicht aufgeräumt hat, oder wenn Geschirr auf anstatt in der Spülmaschine steht.
Als Verkehrsteilnehmer ärger ich mich über den Fahrradfahrer, der wieder einmal über rot fährt, über den Sportwagen, der am Zebrastreifen nicht hält, über den Rentner der 30 fährt obwohl 50 angegeben ist. 

Als Kunde ärger ich mich, wenn genau die Ware nicht vorhanden ist, die ich kaufen wollte, über die lange Schlange, weil die neue Kassiererin für jeden Artikel eine gefühlte Ewigkeit benötigt. 

Es gibt so viele Situationen am Tag, die uns schnell negativ Denken lassen und dies kostet uns Energie und Zeit!
Doch auch wenn es so scheint, als wären diese Situationen für unser Denken verantwortlich, so liegt die Entscheidung, welche Einstellung und somit auch welche Gedanken wir zu diesen Situationen haben vollkommen bei uns Selbst! 
Und dies ist der feine Unterschied zwischen ein Leben in einer Opferrolle (äussere Situationen verantwortlich für das Geschehen um einen herum machen) und ein Leben in vollkommener Verantwortung (Selbstbestimmt und die eigene Schöpferkraft nutzend durch das Leben gehen). 

Als Mutter ärgere ich mich natürlich über das Verhalten des Kindes, weil ich möchte, das es später auf seinen eigenen Füssen stehen kann. Aber muss ich mich dabei so arg aufregen? 
Reicht es nicht, das Kind konsequent durch das Leben zu begleiten? 
Wenn das Zimmer wieder einmal nicht aufgeräumt ist, dann ist es ok, wenn es für den Moment ärgerlich ist, aber es sollte reichen, einfach dafür zu Sorgen, dass das Kind dann aufräumt. Vielleicht muss man dann dabei stehen, damit das Kind sich von seiner Aufgabe nicht ablenkt, aber sobald das Zimmer sauber ist, kann man den Ärger loslassen. 
Dann ist das Ziel erreicht und lange Standpauken und negative Gedanken und Emotionen sind unnötig. 
Als Verkehrsteilnehmer schaue ich verständnislos auf den langsam fahrenden Rentner vor mir und ärger mich darüber, das genau ich hinter dem Trödelnden fahren muss und später berichte ich meinen Kollegen umfassend von dieser Verkehrsbehinderung. 
Ich könnte mir aber auch bewusst machen, dass ich eines Tages auch in seiner Situation sein könnte und dankbar dafür sein, dass ich im Moment noch fit genug bin. 
Ich könnte mich auch in die Lage des Rentners versetzten und mir bewusst machen, welchen Druck er leiden könnte durch drängende Fahrer hinter ihm und mir dadurch bewusst werden, dass ich eine verständnisvolle Person sein kann.
Als Kunde ärger ich mich über das fehlende Produkt im Regal und mache gleich mal das fehlende Organisationstalent der Angestellten dafür verantwortlich, schliesslich hätten sie doch ahnen können, dass ich genau dieses Produkt heute kaufen wollte. 
Ich könnte aber auch meine Einkaufsstrategie ändern und demnächst früher einkaufen gehen, wenn ich doch weiss, das dieses Produkt schnell ausverkauft bzw. beliebt ist oder ich mache mir mal ganz einfach bewusst, wie gut ich es habe überhaupt die Möglichkeit zu haben einkaufen zu können, das ich über genug Geld verfüge und das ich in einem Land lebe, in den Lebensmittel und Co. so leicht zugänglich sind. Und dann könnte ich mich über die vielen Alternativen zu meinem Produkt freuen!

Natürlich is es leichter gesagt als getan und wir werden uns immer wieder dabei erwischen in einen Strudel der negativen Gedanken gelandet zu sein, doch hier kommt die gute Nachricht. Wenn wir in der Lage sind uns selbst zu reflektieren und diese negativen Gedankengänge erkennen, dann haben wir die Möglichkeit, diese in positive Gedanken umzuwandeln und gewinnen dadurch unsere Energie zurück.
In jeder Situation liegt die Entscheidung bei uns, welche Einstellung wir dazu haben. Ob wir sie negativ oder positiv betrachten und darin etwas Gutes oder etwas Schlechtes erkennen, liegt bei uns! 

In welchen Situationen ärgert ihr euch und ist es der Ärger wert? Gibt es Situationen, die ihr mit einer positiveren Sichtweise betrachten könntet? Habt ihr das Gefühl nachgeben zu müssen, wenn ihr euren Ärger loslässt? 
Wollt ihr Opfer oder Schöpfer sein? 

Ich danke euch, fürs Lesen und freu mich über eurer Feedback! 

 

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