Deine Grenzen gehören nur dir allein, ...

 

Wenn jemand dir sagt, du schaffst das nicht, dann hat dies in den meisten Fällen nichts damit zu tun, dass diese Person dich besonders gut kennt und dich gut einschätzen kann, sondern viel mehr damit, dass diese Person dich mit ihren eigenen Grenzen beurteilt! 
Wenn du in deinem Freundeskreis ankündigst, dass du mit 30 oder älter noch einmal die Schulbank drücken möchtest um dein Abitur zu  machen, kann es gut sein, dass jemand es dir ausreden möchte.

"Das ist doch viel zu schwer!", "Für was denn etwas Neues anfangen? Es läuft doch gut in deinem Job!" "Bleib doch lieber auf der sicheren Seite!" .... und vieles mehr könntest du dir dann anhören müssen. Doch was dort spricht ist nicht deine Grenze, sondern viel mehr die Komfortzone deiner Mitmenschen! 

Denn es ist so, dass wir Menschen in Bildern denken und sobald wir ein Bild abrufen, versetzen wir uns "unbewusst" in dessen Lage und erhalten somit auch die passenden Emotionen dazu. Unser Gehirn kann nun nicht von Phantasie und Realität unterscheiden und nimmt diese Vorstellung (sofern sie nicht zu unserer Programmierung passt) als Gefahr an und schon aktiviert sich unsere Komfortzone und wir laden unsere Firewall hoch indem wir sämtliche Ausreden finden, um diese Vorstellung zu verhindern. 
Dabei meinen es die Meisten natürlich nur gut, bemerken dabei aber nicht, den Spiegel der ihnen vorgehalten wird und dass sie eigentlich nur ihre eigenen Grenzen aussprechen! 
Deshalb macht euch stets bewusst, dass ihr euch selbst am Besten einschätzen könnt und wenn euch jemand etwas nicht zutraut oder es euch ausreden möchte, dann denkt daran ... es sind deren Grenzen, nicht deine!
Deine Grenzen kennst nur du und sie gehören nur dir allein! 

Doch wo setzten wir selbst Grenzen für unsere Mitmenschen? 
Oftmals tun wir dies bei Menschen, die jünger sind als wir selbst ganz besonders bei Kindern. Wir haben ja schliesslich schon viel mehr Lebenserfahrung, wir wissen es also besser. Doch selbst ich musste mich dabei ertappen, dass ich meine eigenen Grenzen meinen Kindern auferlegt habe! 
Wir waren spazieren und mein Sohn zeigte auf einem Gras, welches ich nicht genau benennen konnte! Dabei dachte ich mir "Es reicht, wenn er das Wort "Gras" kennt, so genau muss er das ja nicht wissen ... das weiss ich ja selber nicht!" 
Und genau in diesem Moment, als mich mich da denken hörte, wurde mir bewusst, dass ich die Lernfähigkeit meines Sohnes auf meine eigenen Grenzen beschränkte. 
Für mich ist nun ganz klar, ich erwarte nicht das mein Sohn über mehr Wissen verfügt als ich, aber das heisst nicht, das er das nicht könnte! 
Und wenn ich etwas nicht weiss, dann ist es ok im Moment einfach nur die einfache Bezeichnung zu sagen, aber heute haben wir die Möglichkeit schnell zu googeln und zu Hause habe ich dann nachgeschaut. Das nächste Mal, wenn mein Sohn fragt, kann ich ihm sagen "Das ist Kammgras!"
Ob mein Sohn dies nun lernt und bei sich behält liegt an ihm, denn es sind seine Grenzen und die gehören nur ihm allein!  

Sehr oft sehen wir dieses Verhalten auch auf Spielplätzen! 
"Tom! Da kletterst du aber nicht hoch!", 

"Marie, pass auf das du nicht runterfällst!",

"Lisa! mach langsam!" ...
Sehr viele Erwachsene wirken leicht panisch, wenn sie die Kinder klettern/toben/spielen sehen! 

Natürlich meinen sie es auch hier nur gut, aber hilft deren Verhalten den Kindern wirklich?

Oder schränken sie die Kinder damit nur ein? 
Hand auf's Herz! Wer von euch hat als Kind Dinge getan, die ihr euch selbst nicht zugetraut habt?
Seid ihr Bäume geklettert, wenn ihr wusstet das sie zu steil für euch sind?

Seid ihr von der Schaukel gesprungen, wenn ihr kein gutes Gefühl dabei hattet oder seit ihr die Feuerwehrstange gerutscht, obwohl sie noch zu schwer zu erreichen war? 
Ganz bestimmt nicht! Wenn ihr euch als Kinder für etwas entschlossen habt, dann doch nur, weil ihr es auch selbst zugetraut habt! Natürlich war einem bei vielen Dingen etwas mulmig und es benötigte auch ein wenig Mut, aber innerlich wusstet ihr stets ihr schafft das! 
Und heute sind Kinder nicht anders! 
Auf sie zu achten, dass sie sich nicht verletzten ist sicherlich wichtig, aber dies können wir auch tun ohne sie dabei einzuschränken! 
Denn sobald ein Erwachsener ruft: "Pass auf, dass du da nicht runterfällst!", fokussiert sich das Kind auf "Runter fallen" und natürlich denkt auch das Kind in Bildern und somit erhöht sich das Risiko, dass dieses Kind am Ende fällt. Und was sagt dann der Erwachsene? 
"Hab ich dir nicht gesagt, dass du aufpassen sollst? Jetzt schau was passiert ist!" 
Dabei hat das Kind sich doch nur auf die Worte des Erwachsenen fokussiert! 
Ein Tag auf dem Spielplatz steckt voller Erfolgserlebnisse, lobt die Kinder und sie werden selbstbewusst und sicher an die nächste Herausforderung herangehen und können daran wachsen!

 

Deine Grenzen gehören nur dir allein und nur du magst sie zu überschreiten! 
 

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