Vollendungskraft...

August 31, 2017

 

...mit Hingabe und Liebe etwas vollenden, nicht erledigen. ... 

So lautet eine meiner Lebensaufgaben laut der Kabbala Lebensanalyse. Ich muss zugeben mir fällt es recht schwer Dinge zu vollenden bzw. sie zu erledigen.

Doch worin genau besteht der Unterschied zwischen Vollendung und etwas erledigen?

Für mich war bis vor kurzem noch beides eine Beschreibung dafür, dass etwas fertig ist, jedoch durfte ich nun die Erkenntnis erlangen, dass dem so nicht ist. Vollenden ist nicht gleich erledigen!  Besonders in den letzten Jahren ist mir aufgefallen dass ich sehr oft Dinge abbreche und sie dann auch nicht wieder weiterführen kann, dies tue ich ganz besonders dann, wenn ich merke das etwas sehr gut läuft oder ich merke das sich etwas gut bzw. richtig anfühlt.

Unbewusst kommt in mir die Angst hoch das wohl ein Haken hinter der Sache sein muss oder der Gedanke dass ich mich doch lieber nicht zu sehr daran erfreuen sollte, denn in mir stecken gewissen Glaubenssätze wie zum Beispiel „Sobald etwas gut läuft ist es auch schon wieder vorbei!“ oder „Wenn es am schönsten ist sollte man aufhören!“. Diese Glaubenssätze lassen mich dann in bestimmten Situationen dementsprechend handeln.

Über die Jahre konnte ich diesen Ablauf immer wieder beobachten und habe mich stehst darüber geärgert, warum ich denn nicht willensstark und diszipliniert genug  bin, denn sonst würde ich doch meine Ziele erreichen, würde meinen Weg bis zum Ende auch gehen.

Jedoch musste weiss ich nun, dass dies nichts mit Willensstärke zu tun hat, denn auch wenn ich aufgegeben habe, wurde der Wille dieses Ziel zu erreichen in mir nie erlöscht, nur habe ich nie den Elan gefunden weiter zu machen. Es war als wäre ich aus einem Boot gefallen und ehe ich in dieses Boot zurück klettern konnte, ist es schon davon getrieben. Und so blieb ich im Ozean zurück ohne einen Ausweg.

Nun wirken die Energien im Moment sehr stark und ich empfinde diese sehr intensiv, vieles kommt hoch, Schatten stellen sich mir gegenüber, Ängste, von denen ich gedacht habe, sie losgelassen zu haben erscheinen plötzlich. Ich merke ich bin angespannt, nervös, ich bin sehr sensibel, die Nächte sind sehr unruhig, der Tag begleitet mich die Müdigkeit und gleichzeitig habe ich einen enormen Tatendrang in mir. Ich hab das Gefühl etwas muss geschehen, etwas geschieht im Moment etwas wandelt sich. Und so kommt es dass ich zur Zeit sehr viele Impulse erhalte, ich neue Erkenntnisse erhalte und Dinge aus anderen Sichtweisen sehe.

Und dazu gehört auch meine Lebensaufgabe der Vollendungskraft.

Ich bin ein Mensch, der viele Ziele hat und auch ein Bild davon wie man diese Ziele erreicht und so nehme ich mir auch entsprechend viel vor, was heisst, dass ich einen Plan in meinem Kopf habe, was ich wann, wie zu tun habe bzw. tun müsste. Unbewusst setze ich mich dadurch natürlich unter Druck, weil ich in mir eine gewisse Erwartungshaltung habe und diese ist in der Regel sehr hoch - ich bin nie wirklich mit einem Ergebnis zufrieden, jedenfalls nicht auf Dauer. Sobald ich etwas erledigt habe denke ich mir: "Und jetzt schaust du nach einem Weg, um es noch besser zu machen!" Ich strebe stets nach Fortschritt und Weiterentwicklung. An sich ist dies natürlich eine gute Einstellung, denn so ist man auch immer bereit dazu zu lernen, man entwickelt sich stets weiter und man tut etwas dafür... man ruht  sich sozusagen nicht auf seinen Lorbeeren aus, jedoch wenn man dann noch mit sich selbst sehr perfektionistisch ist, dann kann dies wahrlich ein grosser Stein im Weg sein. Denn Perfektionismus heisst nicht, dass man alles perfekt macht, dass man alles bis ins Detail genauestens umsetzt,  sondern viel mehr erfahre ich Perfektionismus auch als eine Schwäche, denn wenn etwas nicht so ist, wie man es sich gerade vorgestellt hat - es eben nicht perfekt ist, dann fällt es sehr schwer daran festzuhalten, denn man fühlt sich sofort wie ein Versager, weil es eben nicht perfekt ist.  Und so ist es auch in anderen Situationen, wenn etwas nicht genau so läuft, wie ich es mir vorstelle, dann mache ich mir Druck und dieser Druck wiederum führt dazu, dass man doch am Ende aufgibt.

Daher habe ich folgende Erkenntnis gewonnen.

Wenn etwas nicht klappt, sollte man nicht mit sich selbst ins Gericht fallen, viel mehr weiss ich nun, dass man dies als Chance ansehen sollte, noch mal genauer hin zu schauen, wo braucht es Aufmerksamkeit? Was fällt mir noch schwer? Wo kann ich mich noch verbessern? Es ist eine Chance zu reflektieren und somit bin ich heute für meine Rückschläge sehr dankbar, denn aus ihnen kann ich lernen. Ich habe jeden Tag die Möglichkeit nach vorne zu schauen und es besser zu machen!

 

Und nun zurück zu meinen Glaubenssätzen, die mich stets etwas beenden lassen, sobald es mich glücklich macht!

Ich habe mich natürlich oft gefragt, warum das so ist und auch warum ich dieses Verhalten immer noch nicht ablegen konnte, obwohl ich weiss, dass ich diese negativen Glaubenssätze in mir trage und diese eigentlich schon aufgelöst habe. Denn sobald man etwas benennen kann, kann man dies annehmen und loslassen, doch dies scheint bei mir nicht der Fall zu sein. So bin ich mittlerweile überzeugt davon, dass dieses Verhalten viel weiter zurück reicht als ich es eventuell bis jetzt gedacht habe. Ich habe das starke Gefühl, dass wie auch meine Verlustangst, dieses Verhalten aus einem früheren Leben bzw. dessen Ursache stammt und somit auch besonders stark wirkt.

Was also tun?

Ich kann nicht gezielt zurück, in genau das frühere Leben, in dem dieses Verhalten entstanden ist, somit ist dies im Moment nicht die Lösung. Doch müssen wir wirklich die Ursache kennen bzw. beseitigen, damit wir nach vorne schauen können?

Vielleicht müssen wir auch einfach unseren Frieden schliessen, vielleicht reicht es zu sagen: "Mit was auch immer geschehen ist, ich schliesse meinen Frieden und lass es dankbar los!" 

Und genau dies tue ich nun!

Und so kam mir folgende Erkenntnis! 

Es ist nicht so, dass ich etwas erledigen muss, vielmehr ist es wichtig, etwas zu vollenden. Das heisst, ich höre auf meine Intuition.

So stehe ich nicht mehr morgens auf und überlege mir was ich an diesem Tag zu tun habe, was ich tun muss und dies oder das Ziel zu erreichen oder welche Erwartungshaltung ich an mir habe, sondern vielmehr habe ich ein grobes Bild von dem was ich erreichen möchte und entscheide dann ganz intuitiv. Ich höre in mich hinein und frage mich, welche meiner Aufgaben jetzt stimmig für mich ist, dann könnte es sein, dass ich vielleicht gleich als erstes den Haushalt mache, es könnte aber auch sein, dass ich erst einen neuen Text verfasse oder ich beschäftige mich mit meiner Ausbildung oder ich prüfe erst mal meine E-Mails. Ich entscheide mich also für das, was sich im Moment für mich stimmig anfühlt - kurz ich entscheide im Hier und Jetzt und alles andere was an diesem Tag folgt spielt in diesem Moment keine Rolle.

Nun konzentriere ich mich voll und ganz auf das, was für mich stimmig ist und das tue ich so lange, bis ich das Gefühl habe, dass diese Aufgabe bzw. diese Tätigkeit vollendet ist, bis ich das Gefühl habe mich genug damit beschäftigt zu haben. Dann wähle ich ganz ohne Zwang und Druck meine nächste Tätigkeit. Dies hört sich einfacher an als es ist, denn wir haben eine gewisse Vorstellungen wie ein Tag verlaufen sollte, so machen die meisten ihren Haushalt als erstes, frühstücken eventuell oder haben eine andere Morgenroutine, an die sie sich streng halten. Doch ich möchte mich von diesem strengen Vorgaben lösen und möchte meinen eigenen Weg gehen.

Ob ich nun meinen Haushalt um 7:00 Uhr morgens mache oder erst um 11:00 Uhr, das entscheide ich ganz intuitiv und setze somit meine Prioritäten. Und was welchen Effekt hat dies nun für meine Lebensaufgabe?

Nun, ich kann sagen, dass ich mit viel mehr Leichtigkeit an die Dinge herangehe, dass ich sie nicht mehr als ein Zwang ansähe, dass ich plötzlich viel mehr Freude daran habe und mit Leichtigkeit diese Umsätze. Es fühlt sich nicht wie eine vorübergehende Motivation an, nicht wie die wieder vergehenden Schmetterlinge im Bauch... es fühlt sich einfach stimmig an und so ist es auch keine Bürde oder eine Last, diese Tätigkeiten wieder aufzunehmen, denn ich weiss ganz genau wenn ich genug habe kann ich aufhören und ich kann sie jederzeit weiterführen wenn mir danach ist.

Natürlich gibt es gewisse Dinge, die kann man nicht spontan erledigen, sondern müssen geplant sein (z.B. die Arbeitszeiten), doch jeder kann seinen Alltag intuitiv gestalten soweit es möglich ist und so haben wir am Ende einen Ausgleich sprich eine Balance, zwischen den Dingen die man tun muss und die Dinge die man tun möchte.

 

Und was ist nun der Unterschied zwischen Vollenden und Erledigen? 
Für mich heisst Erledigen, dass man etwas erledigt, wie es vorgegeben ist. Z.B weiss ich, dass mein Haushalt erledigt ist, wenn alles sauber ist. 
Und Vollenden heisst für mich, dass ich etwas beende, wenn es sich stimmig anfühlt. Z.B. wenn ich ein weiteres Kapitel in meinem Buch schreibe und nun das Gefühl habe an ein Ende angekommen zu sein und dieses somit abschliesse! 

Es ist also auf der einen Seite der Verstand und auf der anderen das Herz, dass uns etwas beenden lässt - wir müssen nur wissen, in welchen Situationen wir auf wem hören sollten! 

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