Challenges ... Nein Danke!

April 16, 2019

 Jeder kennt sie, hat eine mitgemacht oder zumindest davon gehört ... Challenges
Wir stellen sie uns selbst und laden andere dazu ein mitzumachen ... weil es in Gruppen mehr Spass macht oder weil man Motivation als Team erfahren möchte, ...warum genau ist jedem selbst überlassen. 
Ich habe früher des öfteren an solch Challenges mitgemacht. 
Dankbarkeit-Challenge, Wohlfühlen-Ich-Challenges, Selbstliebe-Challenges, Genug Wasser trinken-Challenges, Sportchallenges .... Man kann so gut wie jede Tätigkeit zu einer Challenge machen. Ziel ist es, am Ball zu bleiben, sich diese Tätigkeiten bewusst zu machen und mit etwas Glück, diese zu einer Gewohnheit zu formen. 
Man nimmt sich also vor, zB eine Woche lang jeden Tag 2,5 Liter Wasser zu trinken, um so angeblich etwas für die Gesundheit zu tun oder man nimmt sich vor, jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die man dankbar ist! 
Das hört sich zunächst sehr positiv an und um mehr in die Achtsamkeit zu kommen, ist es sicherlich eine gute Unterstützung, wenn man gewisse Tätigkeiten bewusster angeht, doch jede Medaille hat ihre zwei Seiten und daher möchte ich euch heute die dunkle Seite der Challenges erläutern und warum ein Nein zu Challenges für mich ein Ja zu mir selbst ist! 

In den letzten Jahren bin ich der Selbstliebe immer näher gekommen und nun bin ich an einem Punkt angekommen, bei dem ich mich selbst vollkommen annehmen kann, wie ich bin. Ich empfinde mich nicht als Mensch mit Schwächen, sondern als Mensch, der noch viel Luft nach oben hat. 
Ich empfinde keine optische Schönheit, sondern fühle Dankbarkeit und Zufriedenheit in mir. 
Keine Bedingungen oder Erwartungen, sondern den Wunsch Liebe geben und teilen zu dürfen. 
Wenn wir in die Selbstliebe kommen, sehen wir plötzlich alles aus einem anderen Blickwinkel. Oberflächliche und materialistische Wünsche verschwinden in den Hintergrund, Zwischenmenschliche Beziehungen werden mit verständnisvollen Augen betrachtet und negative Erfahrungen (Emotionen) dienen als Sprungchance in ein höheres Bewusstsein. 
Umso mehr man in reinen mit sich selbst ist, desto schöner wirkt die Welt auf einen selbst! 
Das heisst nicht, dass wir nun Materialismus ablegen und Minimalismus in seiner Extremform leben, dass wir nur noch mit Blumenkörbchen durch die Welt hüpfen und Liebe verteilen ... es heisst, dass wir unnötigen Stress im innen und Aussen einfach nicht mehr zulassen und uns nicht mehr von solch Dingen abhängig machen! 
Wir werden nicht von Emotionen oder unserem Umfeld beeinflusst, denn diese spiegeln einfach nicht mehr unser inneres Ich. 
Wer sich mit dem Spiegelgesetz  auskennt, weiss wovon ich rede. 
Ich lebe im Hier und Jetzt und mache das Beste aus jedem Moment. Ich folge meiner Intuition und lasse mich vom Aussen nicht beeinflussen. Ich mache mir bewusst, dass ich mit jedem Schritt meine Zukunft forme und werde aktiv. Ich stelle mich und mein Wohlbefinden an erster Stelle und lasse mich von niemanden und nichts verbiegen. Ich weiss in welche Richtung ich gehen möchte, ich weiss was mir wichtig ist, doch was mir auf diesem Weg begegnet, dass liegt nicht in meiner Hand und so lasse ich das Leben auf mich zukommen. 

Um nun zurück zur Challenge zu kommen! 
Ihr wisst nun, was Selbstliebe für mich bedeutet. 
Challenge bedeutet an erster Stelle für mich, die Möglichkeit etwas zu gewinnen oder zu verlieren.
Doch in meinem Leben gibt es kein verlieren ... nur ein Lernen
Nun stellt euch vor, ich nehme mir vor jeden Tag 2,5 Liter Wasser zu trinken. 
Da ich mich jedoch intuitiv ernähre, sprich dadurch dass ich ein natürliches von innern heraus bestimmtes Essverhalten habe, würde das absolut gegen mich gehen. 
Denn unser Körper hat individuelle Bedürfnisse und das jeden Tag, immer abhängig von unserer Aktivität/Wetter/Emotionen etc.. 
Warum sollte ich mich dazu zwingen, jeden Tag 2,5 Liter Wasser zu trinken, wenn ich gar nicht so viel benötige ... nur um eine sinnlose Challenge zu schaffen und mich am Ende nicht als Versager zu fühlen!? 
Dieses Beispiel können wir überall einsetzten. 
Egal ob Sport, Meditation, Dankbarkeit, Essverhalten, zwischenmenschliche Kontakte, Fotos ... 
wenn unser Körper oder unser Geist ein Bedarf nach diesen Dingen hat, werden wir aus einem natürlichen Bedürfnis so oder so diese Dinge umsetzten. 
Ein Mensch, der seinen Körper vertraut und auf die eigene Intuition hört, ist sehr empfindlich für die Signale des Körpers und des Geistes. Es ist wie ein unwiderstehlicher Drang, den man nicht ignorieren kann, denn mit der Selbstliebe finden wir zu unserem wahren Selbst und dieses können wir nicht leugnen ... einmal erlangt, können wir uns nicht mehr selbst belügen und einschränken. 
Wer die Selbstliebe erlangt, stellt sein Licht nicht unter dem Scheffel, sondern präsentiert dieses voller Selbstbewusstsein

Ich möchte damit nicht sagen, dass Challenges an sich etwas schlechtes sind, denn sie können zu mehr Achtsamkeit verhelfen und uns neue Tätigkeiten ausprobieren und entdecken lassen. 
Doch sollte man den Perfektionismus, welchen wir gerne als Tool der Challenge nutzen ablegen und uns einfach sagen ... "Ich setze dies nach meinen eigenen Bedürfnissen um und lasse diese Woche auf mich zukommen!" 
...denn viel wichtiger als es zu schaffen 2,5 Liter Wasser zu trinken, ist die Fähigkeit sich selbst genug zu kennen und sich selbst einschätzen zu können, damit wir ein ausgeglichenes Leben führen können und zufrieden auf dieses blicken können! 

 

 

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